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Infos zu den Radio/Pressemeldungen:
46 Kinder waren durch Hitzeschlag betroffen
46 Kinder waren durch Hitzeschlag betroffen
Am vergangenen Samstag waren die Kinder auf dem Weg vom Zeltplatz zum Waldschwimmbad Sögel, als uns das Pech ereilte... Viele Kinder wollten eigentlich zum Public-Viewing nach Sögel, was wir aufgrund des Wetters (35°C) aber nicht gutheißen konnten. Daher haben wir - u.a. auch um den Gruppen eine Abkühlung zu verschaffen - zentral angeordnet, dass die Gruppen zum Schwimmen gehen sollten. Der Weg vom Zeltplatz zum Schwimmbad führt teilweise an Feldwegen entlang und größtenteils aber durch schützenden Wald. Auf der Hälfte der Strecke war eine Getränkestation eingeplant, so dass dort die Kinder erneut mit Getränken versorgt werden sollten. Außerdem erfolgte die Anordnung, dass die Kinder, sowie auch die Betreuer mit feuchten Handtüchern auf dem Kopf und ausreichend Getränken für die Gruppe den Platz verlassen sollten, um einem Hitzeschlag vorzubeugen.Dennoch sind nach ca. 1 km 3 Kinder zusammengebrochen (aber ansprechbar gewesen), so dass ich diese mit einer Betreuerin zusammen zum Schwimmbad gefahren habe. Dort sind die Kinder dann von der Betreuerin mit Wasser gezielt an Armen und Beinen abgekühlt worden. Die Kinder erholten sich dann relativ schnell, so dass ich weitere Kinder mit unserem 9-Sitzer abholte, um den Gruppen die Last der Wanderung abzunehmen.
In der Zwischenzeit hatten die Gruppenleiter bereits dafür gesorgt, dass die Kinder sich an einer Wegkreuzung in den Schatten setzen und angefangen, diese mit dem mitgenommenen Wasser zu kühlen. Nachdem 2 weitere Fahrten zum Schwimmbad erfolgt waren, war eins der zuerst dorthin gebrachten Kinder leider nicht mehr ansprechbar, so dass wir dann den Rettungsdienst alarmiert hatten. Da der Anruf aus dem Schwimmbad kam, wurde automatisch eine größere Gruppe von Rettungswagen alarmiert, da der Verdacht bestand, dass noch mehr Kinder betroffen sein könnten und die Rettungsleitstelle erst eine Chlorgasvergiftung vermutete, was sich dann sofort als falsch herausstellte, da wir mit den Kindern ja noch gar nicht im Schwimmbad waren. Der Vorteil war, dass dadurch gleich die Sondereinsatzgruppe des DRK (Werlte-Lathen-Sögel) alarmiert wurde, und so dem Rettungsdienst helfend zur Seite stand.
Den eintreffenden Rettungsdienst berichtete ich dann auch gleich von den anderen Kindern am Weg, so dass auch dort durch die Rettungsleitstelle Unterstützung hingeschickt wurde. Teilweise sind dann weitere Kinder durch die Wartzezeit und einem gewissen Schockmoment zu den bereits kollabierten hinzugekommen. So wurden insgesamt 46 Kinder in 4 unterschiedliche Krankenhäuser gebracht. Die betroffenen Eltern wurden von uns bzw. den Krankenhäusern informiert. Dies hat allerdings aufgrund der besonderen Situation etwas Zeit in Anspruch genommen, da erstmal bei der Rettungsleitstelle erfragt werden musste, in welches Krankenhaus, welches Kind gebracht wurde. Nachdem diese Info vorlag, konnten wir die Unterlagen für die jeweiligen Krankenhäuser zusammenstellen und die Eltern informieren, wobei uns die Krankenhäuser entsprechend unterstützten.
Nach Absprache mit den Eltern der Kinder sind inzwischen wieder 95 Kinder auf dem Zeltplatz am rumwuseln als wäre (fast) nichts gewesen. 10 Kinder sind zwischenzeitlich von ihren Eltern abgeholt worden, da die Kinder selbst die Wahl hatten, ob sie zurück ins Camp oder nach Hause wollten. Das Gros der Kinder hat sich aber für das Camp entschieden und wir danken den entsprechenden Eltern, die uns weiterhin ihr Vertrauen entgegen bringen.
Ein großer Dank geht an die Einsatzkräfte der Rettungsdienste. Insgesamt waren: 45 Feuerwehrleute mit 5 Fahrzeugen, mehrere Notärzte , ein leitender Notarzt, fünf Rettungswagen und mehrere Krankentransportwagen (lt. Einsatzbericht - selber habe ich nicht mitgezählt) im Einsatz. In der Nachbesprechung mit dem Einsatzleiter der Feuerwehr wurde mir persönlich auch nochmal mitgeteilt, dass wir eigentlich alles richtig gemacht haben und wir nicht wirklich anders hätten handeln können, da selbst, wenn die Gruppen auf dem Zeltplatz geblieben wären, die Gefahr bestanden hätte, dass die Kinder kollabieren - im Gegenteil, der Zeltplatz wäre sogar schlimmer gewesen, da die Kinder dort auch in den Waldstücken unbeobachtet hätten kollabieren können - was wesentlich schlimmere Folgen gehabt hätte.
Heute morgen gab es dann einen Radio-Bericht sowohl bei Radio Bremen als auch beim NDR, der sehr negativ die Lage schilderte - dieser Bericht wurde ohne Rücksprache mit uns erstellt und auch die Einsatzleitung der Feuerwehr war von dem Bericht nicht begeistert. Im weiteren Verlauf des Vormittags kam dann eine Reporterin von NDR1 Radio Niedersachsen vorbei, die sich genau informierte und angab, dass der NDR dies als Aufhänger nutzen wollte, um generell auf die Gefahren eines Hitzschlags hinzuweisen. Dieser Bericht wurde dann erstmals gegen ca. 12:00 Uhr gesendet und hat hoffentlich viele von Ihnen wieder beruhigen können. Außerdem war zwischenzeitlich ein Fernsehteam des NDR da, die ein paar Aufnahmen des Zeltplatzes gemacht haben, und auch in den Nachrichtensendungen um 15 und 16 Uhr, sowie um 18:30 Und 19:30 Uhr darüber berichten wollen. Soweit uns bekannt ist, werden uns seitens der Polizeidirektion Lingen (Ems), die für diesen Bezirk zuständig ist und der Rettungsleitstelle keine Vorwürfe gemacht, die Wanderung mit den Kindern angetreten zu haben.




